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Die Dreieckspinne „Hyptiotes paradoxus
- Spinne des Jahres 2009

Die Dreieckspinne „Hyptiotes paradoxus” gehört zur Familie der Kräuselradnetzspinnen. Zu finden ist die Spinne ausschließlich in Fichtenwäldern des Mittelgebirges. Das Erscheinungsbild der Spinne ist kurz und buckelig. Sie baut ein dreieckiges Netz, wo sie zwischen Haltefaden und Signalfaden sitzt. Mit den Vorderbeinen hält sie den Signalfaden straff. Gerät ein Beutetier in ihr Netz, wird der Signalfaden verlängert und das Netz fällt über dem Beutetier zusammen. - Markus Träger



Winkelspinne, Foto: AGON/M.Träger

Winkelspinne „Tegenaria atrica”
- Spinne des Jahres 2008

Zur Spinne des Jahres 2008 wurde die „Winkelspinne” gekürt. Sie gehört zur Familie der Trichterspinnen. Die Weibchen erreichen eine Körperlänge von 12–18 mm und die Männchen 10–15 mm. Den Namen verdankt sie den Winkelflecken auf dem Hinterleib, wobei die Grundfärbung hellbraun ist und die Zeichnung dunkler abgesetzt ist. Die auffallend langbeinige Spinne baut ihre Trichternetze zwischen Gerümpel und hinter Möbeln, wo sie tagsüber in ihrer Gespinströhre und zur Nachtzeit auf der Gespinstdecke auf Beute lauert. - Markus Träger

 


Sand-Wolfsspinne „Arctosa cinerea"
- Spinne des Jahres 2007

Die Arachnologische Gesellschaft kürte die „Sand-Wolfsspinne“ zur Europäischen Spinne des Jahres 2007. Die Körpergröße der Weibchen betragen 17 mm und der Männchen 14 mm. Sie gehört zur Familie der Wolfsspinnen und zählt zu den größten ihrer Art. Ihr natürlicher Lebensraum sind sandige bis kiesige Fluß- und Seeufer. Nach der „Roten Liste“ ist sie in Deutschland vom Aussterben bedroht und ist somit gesetzlich geschützt. Da sie gut ausgebildete Augen besitzt gehört sie zu den frei jagenden Räubern, die keine Fangnetze webt. Der Körper der Spinne ist hell und dunkel verlaufend gefleckt wobei die Beine eine klare hell-dunkel Ringelung aufweisen. Durch diese Färbung verschmelzen die Tiere mit dem Untergrund - solange sie sich nicht bewegen. - Markus Träger


Veränderliche Krabbenspinne
- Spinne des Jahres 2006

Veränderliche Krabbenspinne (Foto: AGON/M. Träger)Zur Familie der Krabbenspinne gehört die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia). Das Weibchen mit einer Körpergröße von 8 mm und das nur halb so große Männchen, lieben warme und sonnige Lebensräume. Ihren Namen verdankt die Spinne der Tatsache, dass sie ihre Körperfarbe von weiß bis hin zu gelb verändern kann. Die Veränderliche Krabbenspinne ist ein Ansitzjäger und lauert in Blüten (vorzugsweise weiße oder gelbe) auf Beute wie Schmetterlinge, Bienen und Wespen. Sie verharrt mit abgespreizten Vorderbeinen (siehe Foto) regungslos auf der Blüte und greift blitzschnell zu, wenn ein Beutetier sich auf der Blüte niederlässt. Sie injiziert ihr Gift in die Beute und wartet bis die Lähmung eintritt. Erst dann wird die Beute verspeist. Zurück bleibt nur die leere Hülle.
- Markus Träger

 


Die Zebraspringspinne
- Spinne des Jahres 2005

ZebraspringspinneDie Zebraspringspinne (Salticus scenicus) gehört zur Familie der Springspinnen und liebt warme und sonnige Stellen. Häufig kann man sie an Hauswänden, Zäunen und Mauern beobachten, sie ist bis zu 7 mm groß und schwarzbraun gefärbt.

Wie alle Springspinnen jagt sie frei (d.h. ohne Netz). Auf Grund ihrer leistungsfähigen Augen ist die Zebraspringspinne ein guter Jäger. Aus größerer Entfernung erkennt sie schon ihre Beute und schleicht sich bis auf wenige Zentimeter an ihr ausgesuchtes Beutetier (kleine Fliegen, usw.) heran. Wenn die Distanz zur Beute stimmt, heftet sie einen Sicherheitsfaden an den Untergrund und springt ihr Opfer blitzschnell an. Für das Beutetier ist jede Hilfe zu spät. Ein Entkommen ist fast unmöglich. - Markus Träger


Die Große Zitterspinne
- Spinne des Jahres 2003

Spinnen sind für viele Menschen die "Ekeltiere" schlechthin. Liegt es an den im Verhältnis zum Körper überlangen Beinen? Sind es die für uns unberechenbaren schnellen Bewegungen der Spinnen, oder ist es das für menschliches Empfinden nicht gerade schöne Gesicht? Vielleicht kommt hier alles zusammen. Aber verdient haben die Spinnen diese Abneigung bestimmt nicht.

Die Zitterspinne ist eine unserer treuesten, wenn auch ungebetenen, Hausgenossen. In Kellern, in stillen Winkeln, hinter Heizkörpern fristet sie ihr ziemlich eintöniges Leben. Dort baut sie ihr Netz, das sie zum Beutefang braucht. Gerade das nimmt ihr die Hausfrau übel, denn setzt sich der Staub hinein, wird es sichtbar, und das spricht nicht gerade für Reinlichkeit. Also wird das Netz weggewischt, was für die Zitterspinne kein Problem darstellt. Sie baut einfach ein neues. Das kostet aber Energie, die sie aus ihren Beutetieren, Mücken, Fliegen, Silberfischchen und auch Hausspinnen zieht.

Da sie uns von solchen ungebetenen Mitbewohnern unserer Wohnungen befreit, sollten wir ihr eigentlich dankbar sein und sie schonen. Wer interessiert hinschaut und sich mit der Lebensweise der Zitterspinne ein wenig vertraut macht, lernt das Staunen. Sie kann Fäden spinnen, auf denen sie problemlos entlang läuft. Dann spinnt sie Schraubfäden, die für das Beutetier wie Fußangeln wirken und andere, die wie Fiegenfänger kleben. Mit Letzteren fängt sie ihre Beute - aber warum klebt die Zitterspinne nicht selbst versehentlich fest? Anscheinend vermag sie die Fadenarten ohne weiteres zu unterscheiden, was die Beute nicht kann. Eigene Artgenossen werden normalerweise nicht angegriffen. Kommt ihr aber eine Hausspinne zu nah, pirscht sich die Zitterspinne vorsichtig an das eigentlich viel stärkere Tier heran. Aus sicherer Entfernung wirft sie Klebfäden über die Hausspinne bis diese so in ihrer Beweglichkeit gehemmt ist, dass die Zitterspinne sie heranziehen und mit frischen Spinnfäden regelrecht einwickeln kann, während die Beute wie auf dem Hähnchengrill, nur schneller, gedreht wird. Erst dann wird sie gebissen und schließlich, nachdem die eingeimpften Verdauungssäfte ganze Arbeit geleistet haben, ausgesaugt.

Findet die Zitterspinne keine Beute, kann sie lange hungern. Schließlich stirbt sie meist in ihrem Netz. Fühlt sie sich aber bedroht, etwa, wenn ihr Netz berührt wird, setzt sie ihren Körper in solch schnelle, zitternde Bewegung, dass er mit der Umgebung verschwimmt und kaum erkennbar ist. Dieses merkwürdige Verhalten hat ihr den Namen eingetragen. - Markus Träger

Die Große Zitterspinne ist für Menschen völlig ungefährlich. Für Stechmücken ist sie aber eine große Gefahr.
Foto: AGON/M. Träger