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Die Wespenspinne auf den oberen Ruhrterrassen

Wespenspinne (Foto:AGON/M. Träger)
Wespenspinne, w Wespenspinne 7.9.13 Fotos: M.Träger Häufigkeit der Wespenspinne 1996 bis 2009 (Kartierung: M. Träger)

Die Wespenspinne (Argiope bruennichi) gehört zu den ca. 150 Arten von Zebraspinnen und ist der einzige Vertreter dieser Gattung in Mitteleuropa. Die Weibchen dieser Spinnenart sind sehr auffällig. Mit einer Körperlänge von ca. 18 mm und aufgrund ihrer kontrastreichen wespenähnlicher Zeichnung die auffälligste Radnetzspinne.

Die Jungspinnen sind hellbraun und erhalten erst im ausgewachsenen Stadium ihre prächtige Färbung, wobei die Männchen eine unscheinbar dunkelbraune Färbung erhalten. Nur an der Unterseite sind sie mit gelben Längsstreifen gezeichnet. Außerdem sind die Männchen von der Körperlänge der Weibchen gut zu unterscheiden. Sie erreichen nur eine Körperlänge von ca. 5 mm. Ebenso auffällig wie die wespenähnliche Zeichnung des Weibchens ist das Spinnennetz. Die Wespenspinne bevorzugt ein sonniges Gelände, in dem vor allem ausreichend Heuschrecken vorkommen (egal ob Trocken- oder Feuchtgebiet). Die Spinne ist ein wärmeliebendes Tier, das sich hauptsächlich von Heuschrecken ernährt.

Ihr ursprüngliches Zuhause ist im Mittelmeerraum. Von mehreren Beobachtungen und Meldungen von Funddaten ist eine Einwanderung der Wespenspinne in unsere Gegenden entlang der Flußtäler zu beobachten. Das charakterische Netz wird etwa 30 cm über dem Boden in niedrigen Pflanzen und Stauden angelegt, wobei die Nabe dicht mit weißer Seide übersponnen wird. Von der Mitte aus, führen senkrecht nach oben und unten zwei zickzackförmige weiße Seidenbänder (Stabilimente). Sie dienen aber nicht etwa der Stabilisierung, sondern zur Tarnung der Spinne, die kopfunter im Netz sitzt und keinen Schlupfwinkel anlegt wie die meisten anderen Spinnenarten.

Bei der Paarung ist das Weibchen eine brutale Gattin. Noch während des Aktes wird das Männchen vom Weibchen eingesponnen und später verspeist. Jedoch für die Nachkommen ist sie eine liebevolle Mutter. Kurze Zeit nach der Paarung spinnt das Weibchen ein bis fünf weiche Kokons, die aus mehreren hauchdünnen Seidenfäden bestehen.

Sie dienen als Schutz vor Räubern und vor Kälte, da die Jungspinnen im Kokon überwintern. In jeden Kokon legt die Wespenspinne 300 bis 400 Eier ab. Die Kokons mit den Eiern werden außerhalb des Netzes an Pflanzen und Stauden angeheftet wie ihr Netz. Erst im Frühjahr des Folgejahres schlüpfen die Jungspinnen. Durch ihr beachtliches Ausbreitpotential (Windverbreitung) kann man die Wespenspinne (Argiope bruennichi) auch bei uns auf den oberen Ruhrterassen antreffen. Den Erstnachweis der Wespenspinne habe ich im Sommer 1996 auf der Wiese AGON-Wiese "Höfen 1" gemacht (zwei weibliche Spinnentiere). Im Folgejahr 1997 habe ich schon elf weibliche Spinnentiere und zehn Kokons gefunden.

Das man auf eine wachsende Ansiedlung bzw. Ausbreitung der Wespenspinne auf unserer Wiese "Höfen 1" schließen kann, bestätigt mir der Fund von 1998 mit 117 weiblichen und 14 männlichen Spinnentieren. Auch auf der Streuobstwiese in Altlichtendorf habe ich im August 1998 22 weibliche Wespenspinnen beobachtet.
Markus Träger



Spinnenbeobachtungen - Zuschriften

Zitterspinne in DO-Aplerbeck
Fotos zur Brutpflege der Zitterspinne. Aus einer Folge von 11 Bildern sind hier drei besonders aussagekräftige Fotos ausgewählt: Zitterspinne bewacht ihre Eier, sie bewacht ihren geschlüpften Nachwuchs und die Spinne mit ihren aktiven Jungspinnen. Herzliche Grüße von Christel und Helmut Meyer aus Aplerbeck, 17.03.2013

Zitterspinne mit Nachwuchs, Foto H. Meyer

Wespenspinne in Thüringen, Foto: Hercher, 16.09,2010

Wespenspinne in Thüringen
Am Donnerstag , den 16.09.2010, gegen 15:00 Uhr, begegnete ich in Thüringen, Nähe Hermsdorfer Kreuz, der im Anhang dargestellten Spinne. In einem Zeitungsartikel unserer Ostthüringer Zeitung vom 22.09.2010, wurde über eine "Riesenspinne sorgt für Wirbel" berichtet. Zitat: "Gernsheim. Eine riesige Spinne mit gelben Streifen auf dem Rücken hat im hessischen Gernsheim für Aufregung gesorgt. Ein Passant hatte die etwa 5 cm große WESPENSPINNE in einer Unterführung entdeckt und für eine gefährliche Giftspinne gehalten, wie die Polizei mitteilte. Dabei ist sie für den Menschen ungefährlich, ihr Biss hat die Wirkung eines Wespenstichs. Polizei und Feuerwehr fingen die Spinne ein und brachten sie in einen Zoo. Die Spinnenart ist im wärmeren Mittelmeerraum heimisch, findet aber immer mehr den Weg nach Norden."-Ende Zitat-
Die dargestellte Wespenspinne fand ich  auf einer Asphaltstraße unmittelbar in meiner Wohngegend. Ohne Polizei und Feuerwehr habe  ich diese auf ein Stück Papier laufen lassen und mehrere Meter im angrenzende Gras abgesetzt.
Als Tierfreund und Naturliebhaber habe ich eine zweite Entdeckung in meiner Umgebung gemacht. Die Erste war die Beobachtung eins Taubenschwänzchens, welches ich auf Ihren Seiten mit Foto vorgestellt habe.
Mit freundlichen Grüßen, Gerd O. HERCHER, 23.09.2010


Gartenkreuzspinne mit eingewickelter Wespe in Dortmund-Aplerbeck.

Zu Weihnachten ein ungewöhnliches Bild. "Unsere Kreuzspinne" konnte ich wochenlang auf unserem Balkon beobachten und habe 53 Aufnahmen machen können. Ein interessantes Spinnenleben spult sich darin ab.

22.12.2007 Helmut Meyer