Botanische Wanderungen  

 

02.12.2021 Ergste: Buchengallen
Von D.Ackermann: Jeder kennt sie, diese etwa 1 cm hohen Gallen auf der Oberseite von Buchenblättern. Wie winzig kleine Zitronen sehen sie aus, die mit der Spitze nach oben stehen. Dass sie von Gallmücken verursacht werden, die ihre Eier in das Blatt hineinstechen, ist ebenfalls bekannt. Aber was veranlasst den Baum eigentlich, dem ungebetenen Parasiten eine Galle als Unterkunft und Nahrung zu geben? Es ist zwar anzunehmen, dass durch das Einstechen der Eier und auch durch die Larve ständig irgendwelche Stoffe in das Blattgewebe gegeben werden, die das Wachstum der Galle hervorrufen. Will die Buche damit die Larven einkapseln? Aber wenn, warum lässt sie im Innern der Galle ständig Gewebe als Nahrung für die Larve nachwuchern? Warum lässt sie sie nicht einfach im "Gefängnis" verhungern? Fragen, die irgendwann die Wissenschaft vielleicht beantworten kann.

Mit einer Rasierklinge habe ich eine Galle längs aufgeschnitten - unfallfrei sogar für die Larve und für mich, denn das Gewebe war recht hart. Dabei war auch das wahrscheinliche Schlupfloch zu erkennen, denn nach der Verpuppung im Frühjahr will die fertige Mücke ja hinaus. Solange muss sie in ihrer Galle in der Blattstreu auf dem Waldboden ausharren. Dann ist das Blatt soweit zersetzt, dass sie unten den Ausgang findet.

Buchengallen im Juni (links eine Buchecker mit Hülle), im Dezember und mit Larve.
Fotos AGON/Ackermann, 21.06. und 02.12.2021

08.11.2021 Ergste: Letztes Blühen
D.Ackermann: Büsche und Bäume machen sich klar für den Winter. Von den Laubbäumen sind die Blätter teils abgefallen, teils leuchten sie noch in schönen Farben - soweit die Sonne scheint. Auf dem Gang zum Bürenbruch, durchs Wannebachtal und wieder hinauf zur Kreuzschlenke fand ich nur noch einige blühende Behaarte Franzosenkräuter (Galinsoga ciliata). Schön standen allerdings die Fruchtstände der Späten Goldruten (Solidago gigantea) im Licht. Doch sie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Natur sich jetzt für den Winter fertig macht.

Behaartes Franzosenkraut, Späte Goldrute, schwimmende Blätter mit Regentropfen
Fotos AGON/Ackermann, 08.11.2021

23.09.2021 Bürenbruch: Es ist Herbst geworden
Von D.Ackermann: Es ist zwar nur ein schleichender Übergang, aber seit gestern Abend haben wir zumindest kalendarisch den Herbst. Trotzdem blühen noch einige Blumen in der Natur, der Frauenflachs, das oft geschmähte aber von Insekten besuchte Schmalblättrige Greiskraut, das orangerote Habichtskraut und die Wegwarte. Die Letztere übrigens am Rand des Bürenbrucher Weges, wo vermutlich niemand so etwas aussäen würde. Aber unübersehbar werden im Wald schon einzelne Blätter bunt und die Fruchtstände der Korbblütler leuchten im Gegenlicht. Laut Wetterbericht war es der letzte schöne Vormittag dieser Woche.

Wegwarte, Orangerotes Habichtkraut, Schmalblättriges Greiskraut - das Laub beginnt bunt zu werden - Fruchtstände Reitgras, Acker-Kratzdistel und Fuchs' Kreuzkraut.
Fotos AGON/Ackermann, 23.09.2021

20.08.2021 Bürenbruch: Eisenkraut
Von U.&D.Ackermann. Bei unserem Vormittagsspaziergang fanden wir am Rand einer Wegbiegung eine Pflanze, mit der wir zunächst nichts anfangen konnten, die uns aber irgendwie bekannt vorkam. Es war das Eisenkraut, das wir bei unseren Botanik-Exkursionen mit G. Kochs auf dem Standortübungplatz bei Hengsen vor Jahren gefunden hatten. Wer versucht hat, einen Stängel abzupflücken, spürt woher der Name anscheinend stammt.

Eisenkraut, links mit Wilder Möhre. Fotos AGON/Ackermann, 20.08.2021

09.08.2021 Geisecke: Pflanzen im Ruhrtal
Von U.&D.Ackermann: Beim Spaziergang entlang der Ruhr fielen uns einige Pflanzen auf, die nicht überall zu sehen sind. Das ist noch am ehesten beim Weichen Storchschnabel (Geranium molle) der Fall. Beim Sumpf-Wasserstern (Callitriche palustris agg.) deutet schon der Name auf die Wasserbindung hin. Er wächst massenhaft im Graben neben dem Wanderweg auf der der Ruhr abgewandten Seite. Seltener begegnet man der Nesselseide (Cuscuta europaea), hier auf Brennnessel, die wir bisher nur von zwei Stellen an der Ruhr kennen, hier bei Geisecke und bei Westhofen. Sie ist sicher verbreiteter, fällt nur nicht so auf wie hier.

Weicher Storchschnabel, Sumpf-Wasserstern und Nesselseide. Fotos AGON/Ackermann, 09.08.2021

10.07.2021 Bürenbruch: Tausendgüldenkraut
Von U.&D.Ackermann. Überrascht waren wir vom Fund eines kleinen Vorkommens des Tausendgüldenkrauts im Bürenbrucher Wald. Genau gesagt an einer durch Kahlschläge sehr lichten Stelle. Wie es dahin gekommen sein mag, ist für uns ein Rätsel. Vielleicht lagen die Samen schon seit Jahrzehnten im Boden, vielleicht brachte sie ein Holzabfuhrfahrzeug unbeabsichtigt mit oder ein Tier übernahm den Transport. Wir kannten bisher nur eine Stelle im Spiek, westlich von Weischeds Berg. Übrigens dürfte das Echte neben dem Zierlichen Tausendgüldenkraut das einzige Vorkommen eines Enziangewächses im Gebiet Schwerte (4511) sein.

Echtes Tausendgüldenkraut, Echtes Johanniskraut, Bittersüßer Nachtschatten - Waldziest, Großes und Kleinblütiges Springkraut. Fotos AGON/Ackermann, 10.07.2021

06.07.2021 Opherdicke: Botanischer Spaziergang rund um Haus Opherdicke
Führung: M. Kunsemülle
r. Ausgehend von der Liste der botanischen Begehung mit Gerhard Kochs vom 17.07.2012 haben wir diese Pflanzen wiedergefunden:
Ampfer, Stumpfbl. - Rumex obtusifolius, Bärenklau, Wiesen- - Heracleum sphondylium, Beifuß, Gemeiner - Artemisia vulgaris, Blutweiderich - Lythrum salicaria, Brennessel, Große - Urtica dioica, Fingerkraut, Gänse- - Potentilla anserina, Gänseblümchen - Bellis perennis, Gänsedistel, Raue – Sonchus asper, Giersch - Aegopodium podagraria, Gundermann - Glechoma hederacea, Hahnenfuß, Scharfer - Ranunculus acris, Hohlzahn, Stechender – Galeopsis tetrahit, Holunder, Schwarzer - Sambucus nigra, Huflattich – Tussilago farfara, Igelkolben - Sparganium emersum, Kälberkropf, Taumel- - Chaerophyllum temulum, Kamille, Strahlenlose - Matricaria discoidea, Klee, Rot-/Wiesen- -Trifolium pratense, Klee, Weiß-/Kriechender - Trifolium repens, Klettenkerbel, Gem. - Torilis japonica, Knoblauchrauke - Alliaria petiolata, Kratzdistel, Acker– – Cirsium arvense, Kratzdistel, Gem./Lanzett- Cirsium vulgare, Labkraut, Kleb-/Kletten- – Galium aparine, Lattich, Kompass- - Lactuca serriola, Linde, Sommer- - Tilia platyphyllos, Löwenzahn, Gem. - Taraxacum officinale, Nelkenwurz, Echte/Stadt- - Geum urbanum, Pippau, Grüner – Crepis capillaris, Rainkohl – Lapsana communis, Schafgarbe, Gemeine - Achillea millefolium, Schöllkraut - Chelidonium majus, Storchschnabel, Kleiner - Geranium pusillum, Streifenfarn, Braunstiel. - Asplenium trichomanes, Sumpfwurz, Breitbl. - Epipactis helleborine, Taubnessel, Gefleckte - Lamium maculatum, Tüpfelfarn, Gew. - Polypodium vulgare, Walnuss, Echte - Juglans regia*, Wasserdarm - Myosoton aquaticum, Wasserdost - Eupatorium cannabinum, Wegerich, Breit- - Plantago major, Wicke, Zaun- - Vicia sepium, Ziest, Wald- - Stachys sylvatica, Zymbelkraut, Mauer- - Cymbalaria muralis

Darüber hinaus haben wir diese Pflanzen festgestellt:

Ruprechtskraut, Brombeere spec., Schneebeere, Efeu, Haselnuss, Hornklee, Rohrkolben, Flatterbinse, Ufer-Wolfstrapp, Gelbe Schwertlilie, Wasserminze, Rosskastanie, Eßkastanie (Marone), Kleine Braunelle, Esche, Berufkraut (Katzenschweif). Anschließend kam noch Christian Kunsemüller mit dem "Vielfarbigen Flatterrad (Aloahe christianensis)" ;-)

Tüpfelfarn, Igelkolben und Braunstieliger Streifenfarn. Fotos AGON/Kunsemüller

08.06.2021 Hennen, Drüpplingsen: Botanische Wanderung
Von M.&C. Kunsemüller. Hier die Liste der Pflanzen (teilweise noch nicht in Blüte) in der Reihenfolge der Beobachtung:
Wasserminze, Gänseblümchen, Kriechender Hahnenfuß, Pestwurz, Wiesenkerbel, Gelbe Schwertlilie, Rainkohl, Klebriges Labkraut, Rote Lichtnelke, Margerite, Große Brennessel, Mädesüß, Weiße Taubnessel, Schöllkraut, Schwarzer Holunder, Stadt-Nelkenwurz, Lanzettliche Kratzdistel, Beinwell, Breitblättrige Sumpfwurz, Wurmfarn, Japanischer Staudenknöterich, Wegrauke, Rohrkolben, Weinberglauch, Hopfenklee, Gundermann, Wiesen-Platterbse, Wiesen-Labkraut, Spitzwegerich, Löwenzahn, Kleiner Klee (?), Weißer und Roter Klee, Sauerampfer, Klatschmohn, Sternmiere, Hirtentäschelkraut, Gift-Hahnenfuß (?), Orangerotes Habichtskraut, Ackerwinde, Winkelsegge, Rohr-Glanzgras, Weicher oder Kleiner Storchschnabel, Natternkof, Aufgeblasenes Leimkraut, Hornklee, Rainfarn, Hornkraut, Kornblume, Echte Kamille, Mauerlattich, Herkulesstaude, Wiesen-Bärenklau, Schlangen-Knöterich (Polygonum bistorta - im Pareys heißt er Schlangenwurz).

Schlangen-Knöterich, Rote Lichtnelke, Natternkopf - Kornblume, Klatschmohn, Sumpf-Schwertlilie
Fotos AGON/Ackermann, 08.06.2021

03.06.2021 Ergste: An der Elsetalwiese
D.Ackermann: Zwischen der Horstkontrolle und dem Gießen der kleinen Eberesche fielen mir einige Pflanzen auf. Zunächst gab es im Waldstreifen unterhalb der Wiese stellenweise reichlich Hainsimsen. Die Hainsimse Luzulo luzoloides ist die Charakterart der Hainsimsen-Buchenwälder, die bei uns als potenzielle natürliche Vegetation in der Mehrzahl wären, wenn Fichten nicht mehr Geld gebracht hätten. Was daraus geworden ist, sieht man jetzt fast überall. Auf der Obstwiese gab es schöne Bestände der Margerite und auch Vorkommen des Gemeinen Hornkrauts.

Weiße Hainsimse, Margerite und Gemeines Hornkraut. Fotos AGON/Ackermann, 03.06.2021

01.06.2021 Menden: Flora im NSG Riemke
Von M.&Chr.Kunsemüller. Am vergangenen Dienstag, 1.Juni, haben wir eine Exkursion ins Naturschutzgebiet Riemke bei Hemer unternommen. Das ist ein ehemaliger Klärschlammteich nahe des Kalksteinwerks im Hönnetal. Das Gebiet ist für seinen Orchideenreichtum bekannt. Wir wurden für die weite Radtour bei sonnigem Wetter reich belohnt. Dort blühen mehrere Tausend Listera ovata (Großes Zweiblatt) und unzählige Kreuzblümchen. Außerdem fanden wir ein einziges Exemplar des Breitblättrigen Knabenkrauts und zwei Waldhyazinthen. Wenn man sich dann vom Orchideenschock erholt hat, fällt der Blick auf Klappertopf, Golddistel, Wiesen-Labkraut, Wald-Habichtskraut, blühender Schachtelhalm, Sanikel und viele Arten mehr. Wir sind sicher nicht das letzte Mal dort gewesen.

v.l.n.r.: Breitblättriges Knabenkraut, Waldhyazinthe, Großes Zweiblatt, Kreuzblume.
Fotos AGON/Kunsemüller, 01.06.2021
Vogelnestwurz (Neottia nidus-avis) Fotos M.Kunsemüller, 28.05.2021

28.05.2021 Bürenbruch: Vogelnestwurz
Von M.&Chr.Kunsemüller. Am Freitag haben wir die Vogelnestwurz im Bürenbrucher Wald besucht. Die Pflanzen sind extrem unscheinbar. Als Ergänzung hier noch eine Nahaufnahme der Blüten und eine Zusammenstellung von jung und alt.

24.05.2021 Bürenbruch: Blick in die Flora
Von U.&D.Ackermann. Einige Pflanzen fielen uns auf, die in diesem Frühjahr noch nicht geblüht hatten. Bisher hatten wir immer nur den Persischen Ehrenpreis - nun blüht auch der Gamander-Ehrenpreis mit seinen schönen Blütenständen. Der Kriechende Günsel löst anscheinend jetzt den Gundermann ab. Gefreut haben wir uns aber über eine Stelle mit Vogelnestwurz. Diese Orchidee kommt ganz ohne Blattgrün aus, sieht aus der Entfernung wie verwelkt aus und wird zum Glück von Spaziergängern nicht beachtet.

Vogelnestwurz: vorjährige Blütenstängel, neuer Blütenstand und ganze Pflanzen - Kriechender Günsel, Wollschweber auf Ruprechtskraut und Gamander-Ehrenpreis. Fotos AGON/Ackermann, 24.05.2021

10.04.2021 Bürenbrucher Wald: Was grünt und blüht denn da?
Von U.&D.Ackermann. Kurz nach dem Wintereinbruch im April sind die Temperaturen immer noch einstellig. Die Gefleckte Taubnessel blüht bereits an mehreren Stellen. Sogar der Hain-Sauerklee blüht bereits an sonnigen Böschungen. Eine Baumhummel saugt Nektar aus den Gundermann-Blüten und der Persische Ehrenpreis liegt mit seinen dünnen Blütenstielen dicht über dem Boden. Vom Salbei-Gamander sieht man zwar Blätter aber noch keine Blüten, und die Buchecker hat Pech gehabt. Wenn sie so auf dem Widertonmoos liegt, kann sie nicht keimen. Zu abergläubigen Zeiten sollen junge Mütter Widertonmoos in den Kinderwagen gelegt haben - gegen den "bösen Blick" der Hexen.

Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum), Hain-Sauerklee (Oxalis acetosella), Baumhummel an Gundermann (Glechoma hederacaea), Persischer Ehrenpreis (Veronica persica), Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia), Gemeines Widertonmoos (Polytrichum commune). Fotos AGON/Ackermann, 10.04.2021

09.04.2021 Schwerte: Wildnisgebiet im Schwerter Wald
S.Poggenpohl, M.Kunsemüller, Paul Bleyer: Da unsere botanische Exkursion am kommenden Dienstag leider Corona-bedingt ausfallen muss, haben wir für Euch geschaut, was zur Zeit im neu deklarierten Wildnisgebiet wächst und teilweise schon blüht. Wir erreichten den Wald vom Naturfreundehaus in der Waldstraße über den Kornweg, gingen hoch bis zum Tunnelausgang und dann in westlicher Richtung quer durch den Wald bis zum Quellteich des Gehrenbachs und am Bach entlang zurück zum Kornweg. Mittlerweile hat die Biologische Station Info-Tafeln aufgestellt. Die Winterstürme haben einige der alten Buchen umgelegt, die jetzt liegen bleiben, wie sich das für eine echte Wildnis gehört. Auf dem Weg am Bach entlang erwartete uns ein Feuersalamander. Da wir schon seit Jahren keinen mehr gesehen haben, waren wir (und der Salamander wohl auch) ziemlich erstaunt. Hier sind unsere Pflanzenfunde in der Reihenfolge der Beobachtung:
Waldstraße/Kornweg:
Waldveilchen, Gänseblümchen, Löwenzahn, Jakobs-Greiskraut, Bitteres Schaumkraut, Vogelmiere, Scharbockskraut, Persischer Ehrenpreis, Rote Taubnessel, Große Brennessel, Knoblauchsrauke, Vogelwicke, Krauser Ampfer
Im Wald:
Schwarzer Holunder, Efeu, Brombeere spec., Stechpalme, Bergahorn, Lanzettliche Kratzdistel, Stadt-Nelkenwurz, Vielblütige Weißwurz, Rosskastanie, Rotbuche, Stieleiche, Traubeneiche, Waldsimse, Ruprechtskraut, Rippenfarn, Weiße Hainsimse, Wurmfarn, Roteiche, Drüsiges Springkraut, Kleine Braunelle, Besenginster, Waldsauerklee, Rhododendron, Schwarzerle, Beinwell
Sternmiere, Breitwegerich.

Infotafel Wildnisgebiet, Feuersalamander, Wald-Veilchen, Persischer Ehrenpreis -
Rote Taubnessel und Vogelmiere, Löwenzahn, Lanzett-Kratzdistel, Vielblütige Weißwurz -
Wald-Simse, Sämlinge Drüsiges Springkraut, Wald-Sauerklee, Quellteich Gehrenbach. Fotos AGON/Poggenpohl, 09.04.2021

Botanische Wanderungen 2011 bis 2020

Botanische Wanderungen 2003 bis 2010